Jupiter - Der Gasriese unseres Sonnensystems

 

 

Der als 'Gasriese' bezeichnete Planet Jupiter ist der größte und massereichste Planet des Sonnensystems; er gehört zu den hellsten Objekten des Himmels.

Je nach der Stellung von Jupiter und Erde ändert sich der Abstand des Planeten von der Erde zwischen 588 Mio und 967 Mio km. Schon bei Betrachtung des Jupiters mit kleinen Fernrohren fällt seine starke Abplattung auf, die er infolge seiner schnellen Rotation besitzt. Jupiter rotiert in weniger als 10 h um seine Achse, die fast senkrecht auf seiner Bahnebene steht.

Ferner kann man auf der Oberfläche parallel zum Planetenäquator mehrere dunkle und helle wolkenartige Streifen und den seit 1878 ständig beobachteten „Großen Roten Fleck" sehen. Jupiter übertrifft die Erde im Durchmesser um das Elffache und besitzt eine Masse von 318 Erdmassen. In der Atmosphäre konnten bisher 90% Wasserstoff, 10% Helium, 0,7% Methan sowie Ammoniak und Deuterium nachgewiesen werden. Die Temperatur an der Wolkenobergrenze liegt bei -145°C (128°K).

Außer einem schwachen Ringsystem, dessen Hauptring maximal 30 km „dick" und 8000 km breit ist und sich in einer Entfernung von etwa 128.300 km vom Planeten erstreckt, besitzt Jupiter 52 Monde, deren vier größte (von Galilei entdeckt) bereits in einem guten Feldstecher zu sehen sind.

 

Größe Wert
mittlerer Abstand von der Sonne 779x106 km = 5,203 AE
Umlaufzeit um die Sonne 11,86 Jahre
Rotationszeit 9,8 Tage
Bahnneigung gegen die Ekliptik 1,31°
Exzentrizität der Umlaufbahn 0,048
Äquatorneigung gegen die Bahnebene rund 3°04’
Äquatordurchmesser 142.984 km
mittlere Dichte 1,33 g/cm³
Masse 1,90 * 1027 kg
Fallbeschleunigung 2288 cm/s2
Albedo 0,52
größte scheinbare Helligkeit -2m,5
Monde 61
Ringe schwacher Ring bestehend aus Felsfragmenten

Die Galilei'schen Monde
Die vier größten, Anfang des 17. Jahrhunderts vom italienischen Astronomen Galileo Galilei entdeckten, Monde des Jupiter tragen die Namen (I) Io, (II) Europa, (III) Ganymed und (IV) Callisto. Sie werden nach ihrem Entdecker auch häufig als die 'Gallileischen Monde' bezeichnet. Sie sind schon in kleinen Teleskopen oder guten Feldstechern relativ einfach zu beobachten.

Da diese vier Monde den Planeten in sehr geringen Zeiträumen vollständig umlaufen, können in einer Nacht häufig mehrere Ereignisse beobachtete werden, die durch die Konstellation der Monde relativ zu Jupiter hervorgerufen werden. So kommt es des öfteren zu Bedeckungen, Verfinsterungen, Durchgängen oder zu Schattenwürfen auf die Jupiterscheibe. Die folgende Simulation zeigt den Schattenwurf und den Vorübergang der Monde (I) Io und (III) Ganymed vor der Jupiterscheibe. Links oben im Bild erscheint (II) Europa.

Jupiters Atmosphäre
Jupiter wiest eine deutlich ovale Form auf. Die Abplattung des Planeten von 1:10 resultiert aus seiner relativ schnellen Rotationsgeschwindigkeit. Der große Planet benötigt für eine Umdrehung um sich selbst nur ca. 10 Stunden.

Schon in Amateurteleskopen erkennt man abwechselnd helle und dunkle Wolkenbänder, die sich längs zum Äquator erstrecken. Eine besonders auffällige Erscheinung in der Jupiteratmosphäre ist der 'Große Rote Fleck', der schon seit mehr als 300 Jahren beobachtet wird.

Die Atmosphäre, die an ihrer Wolkenobergrenze eine Temperatur von -145°C (128°K) aufweist, besteht zu 90% aus Wasserstoff, 10% Helium, 0,7% Methan sowie Ammoniak und Deuterium.

Die Ringe
Im Gegensatz zum Ringsystem des Planeten Saturn bestehen die Ringe des Jupiter größtenteils aus Objekten, die einen Durchmesser von nur wenigen Mikrometern aufweisen. Derart winzige Objekte werden stark durch elektromagnetische Strahlung aufgeladen. Sie können sich nicht lange in einer Umlaufbahn um Jupiter halten und stürzen somit nach relativ kurzer Zeit auf ihn. Die Ringe werden jedoch immer wieder mit Materie von außerhalb gespeist.

Das Ringsystem besteht aus dem inneren 'Halo' und dem eigentlichen Hauptring, der einen Radius von 128.940 km erreicht und sich damit innerhalb der Umlaufbahnen der beiden Monde Metis und Andrastea befindet.

Des weiteren existieren zwei weitere, erst seit 1985 bekannte Ringe, die sogenannten 'Gossamer Ringe'. Der innere, dichtere und schmalere Ring reicht bis in eine Distanz von etwa 181.000 km vom Zentrum Jupiters, also bis zur Umlaufbahn des Mondes Almathea. Der äußere Ring erstreckt sich bis zur Umlaufbahn des Mondes Thebe (r = 221.000 km)